Bandgeschichte

Berliner Lust3/7

Im Dachgeschoss des Hotels befand sich eine Luxussuite, die nicht nur über eine Sauna, sondern auch über einen Bechstein-Flügel verfügte und gerade leer stand, und so nahm die Karriere des Trios einen leicht surrealen Anfang: Eskortiert von einem groß gewachsenen Schwarzen in glitzernder Portierslivree, der gleichzeitig noch die zwei Scotchterrier einer reichen Amerikanerin zum anschließenden Gassigehen an der Leine führte, ließen sich die Musikanten die Mahagonitür der Suite aufschließen und begannen mit ihrer allerersten Übungssession. Ins Schwitzen kamen sie allerdings nicht wegen der Sauna in der Suite, sondern bei dem Gedanken, dass sie aus dem Nichts eine Setliste zusammenstellen sollten, mit der ein ganzer Festabend musikalisch bestritten werden konnte.

Der Rest ist schnell erzählt: Beim Üben und Improvisieren fingen Spitzer, Ronel und Bertram so viel Feuer, dass es reichte, den anschließenden Festabend zum Leuchten zu bringen. Wohl weniger wegen der routinierten Virtuosität der Interpreten, als über die Lust am Spielen und den Spaß, den die Musikanten miteinander hatten und der die Funken offensichtlich auf das Publikum überspringen ließ. Zum Schluss griffen noch weitere musikalische Gäste mit spontanen Klavier- und Gesangsdarbietungen ein, und die Stimmung schlug stürmische Wellen.

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